Haus Kupferhammer, Warstein

Künstlergespräch / Vernissage: So., 8. Februar 2026, 17 Uhr
bis zum: So., 15. März 2026, 11 Uhr

Öffnungszeiten
Samstags:
14:3o-17:oo Uhr
Sonntags
10:3o bis 12:3o Uhr
14:30 bis 17:oo Uhr


Flyer zum Download


Presse

Soester Anzeiger vom 5.2.2026
Soester Anzeiger vom 9.2.2026


WEITE | NÄHE

ein Titel, der die Spannung zwischen Landschaft und Detail herausstellt und in den Kontext des Klimawandels stellt. Der Baum als zentrales Motiv wird hier nicht nur als ein einzelnes Wesen, sondern als Symbol für die Verbindung zwischen NÄHE und WEITE verstanden. Seine Rindenstrukturen, mit Moosen und Flechten bedeckt, laden ein, in die Mikrowelt der Natur einzu­tauchen – ein Moment, der uns erinnert, wie fragil und doch unverzichtbar die Lebens­gemeinschaften sind, die uns umgeben. Gleich­zeitig verbindet der Baum die Weite der Wälder und der Landschaften.

Die großformatigen Arbeiten ver­leihen den Fotografien eine Präsenz, die den Betrachter in einen Zustand der Stille und des Bewust­werdens versetzt. Die Makro-Fotografien von Flechten, Moosen und Details des Wandels und Vergangs zeigen die feinen Strukturen des Lebens, die uns so nah sind, doch gleichzeitig oft übersehen werden.

In den weiten vom Borkenkäferbefall geprägten Land­schaften des Arnsberger Waldes und den Wald­pano­ramen hingegen wird die Macht der Natur, ihre Größe und Vielfalt sichtbar – ein Bild, das die Erinnerung wach­hält, wie sehr wir von der Natur abhängig sind.

„WEITE | NÄHE“ beschreibt nicht nur die Natur, sondern auch den Menschen, der sie beobachtet, und stellt ihn in die Mitte des Dialogs zwischen Erinnerung, Gegenwart und Zukunft. Doch zugleich ist er ein Spiegel für die eigene Position im Leben: Wie verorten wir uns in der Welt, die uns umgibt?

Die Ausstellung in Haus Kupferhammer umfasst drei Räume, in denen Jürgen Bechtloff drei in­ein­ander­greifende Werkreihen präsentiert

Baum.schweifend

Format und Größe diese Bilder fangen die natürliche Majestät und Einzigartigkeit des Baumes ein. Jeder Baum ist ein lebendiges Wesen, dessen Wurzeln tief in die Erde greifen und dessen Äste den Himmel berühren. In den Porträts - der Blick schweift von der Wurzel bis zur Krone - wird der Baum nicht nur als Objekt der Natur gezeigt, sondern als individuelles, unver­wechselbares Lebewesen, das von der Zeit gezeichnet und von den Jahres­zeiten geprägt ist. Diese Fotografien stellen die Essenz des lebendigen Baumes dar – den Baum in seiner natürlichen Form, im ständigen Wandel und doch mit einer tiefen Beständigkeit, der wir immer wieder zuverlässig begegnen können.

Käfer.greifend

Die großformatigen Panorama-Aufnahmen zeigen die vom Borkenkäfer geprägten Landschaften des Arnsberger Waldes in beeindruckender Weise. Dabei wurde der Zustand der Kalamitätsflächen im Sommer 2023 vielfältig festgehalten. Jede Panorama­fotografie kann mit Hilfe eines QR-Codes unmittelbar virtuell im Web besucht und in allen Details interaktiv erkundet werden.

Wandlung

Bei den Makrofotografien werden durch den Vergang entstandene skulpturenähnliche Gebilde eingefangen. Hier, in der Vergrößerung der texturalen Strukturen und feinen Linien des Holzes, treten die unaufhörlichen Veränderungen der Natur in den Vordergrund. Diese Fotografien, geben dem Betrachter einen intimen Blick auf den organischen Prozess der Vergänglichkeit. Sie sprechen von der Geschichte, die es trägt – eine Geschichte von Wachstum, Verfall und Neuanfang. Moose und Flechten finden in der Übergangs- bzw. Wandlungsphase der Bäume ihren Grund. Sie stehen für den Zyklus des Lebens.

Damit steht der Baum als Metapher für den ewigen Kreislauf des Lebens.